Abhängigkeit Baden-Württembergs von internationalen konjunkturellen Entwicklungen und die Rolle ausgewählter Transmissionskanäle
Vor dem Hintergrund einer zunehmend vernetzten Weltwirtschaft spielt die Übertragung internationaler konjunktureller Impulse für die Erklärung der Schwankung der Wirtschaftsaktivitäten in einzelnen Volkswirtschaften und Regionen eine herausragende Rolle. Dabei können grundsätzlich Stärke und Richtung der konjunkturellen Übertragung sowie mögliche Übertragungswege unterschieden werden. Die Unterscheidung dieser Transmissionkanäle hat insbesondere angesichts der aktuellen internationalen Finanzmarktkrise an Bedeutung gewonnen.
In diesem Forschungsvorhaben soll deshalb erstmals die konjunkturelle Abhängigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft von internationalen Konjunkturzyklen auch unter Verwendung moderner ökonometrischer Methoden untersucht werden.
Stimulierende und abschwächende Impulse können sich auf vielfältigen Transmissionskanälen international übertragen. Neben Wechselkursen und internationalen Zinszusammenhängen wird traditionell dem Außenhandelskanal große Bedeutung beigemessen. Darüber hinaus stellen aber auch die internationalen Finanzmärkte, Stimmungsimpulse von Konsumenten und Produzenten sowie Schocks auf große, multinationale Unternehmen Übertragungswege dar, denen bislang in der empirischen Wirtschaftsforschung nur bedingt Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Die Wirtschaftstruktur in Baden-Württemberg unterscheidet sich zum Teil erheblich von der anderer Regionen. So steht zu vermuten, dass Baden-Württemberg aufgrund seiner besonders intensiven internationalen Wirtschaftsbeziehungen vor allem in den Bereichen Fahrzeug- und Maschinenbau stärker vom Verlauf der Weltkonjunktur abhängt als andere Regionen bzw. Bundesländer. Die bisher verfügbaren empirischen Untersuchungen zu Deutschland insgesamt können diese regionalen Besonderheiten nur sehr bedingt berücksichtigen. Somit besteht hier eine Forschungslücke, die mit diesem Forschungsprojekt geschlossen werden soll.
Dazu sollen sowohl das Vorhandensein als auch das Ausmaß des Zusammenhangs zwischen der konjunkturellen Entwicklung verschiedener Regionen, insbesondere den USA sowie der Eurozone, einerseits und der Entwicklung in Baden-Württemberg andererseits analysiert und auch geeignete panel- und zeitreihenökonometrische Methoden herangezogen werden. Es gilt Stärke, Dauer und Persistenz der möglichen konjunkturellen Übertragung herauszuarbeiten und dabei insbesondere zwischen einem möglichen gleichgerichteten Verlauf der Volkswirtschaften und der zeitlichen Verzögerungen im konjunkturellen Zusammenspiel zu unterschieden.
Projektteam:
Auftraggeber / Status / Ansprechpartner:
- Auftraggeber: Eigenprojekt des IAW (gefördert vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg)
- Status: abgeschlossen (2009 - 2011)
- Ansprechpartner: Prof. Dr. Christian Arndt, email
