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Arbeitsmärkte und Soziale Sicherung

Trotz der derzeit günstigen Entwicklung der Beschäftigung steht der Arbeitsmarkt in Deutschland vor großen Herausforderungen. Die Folgen des demo­grafischen Wandels werden zunehmend spürbar. Neue Formen der Arbeit verändern die Anforderungen an die Beschäftigten. Zu­gleich besteht in regionalen und quali­fikatorischen Teilbereichen das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit fort. Angesichts der komplexen Wirkungszusammenhänge auf dem Arbeitsmarkt verlangt ein zielgerichteter Politikeinsatz in diesem Bereich eine sorgfältige Ursachenanalyse, die an neue Erkenntnisse der Wirtschaftstheorie anknüpft und robuste Verfahren der empirischen Forschung verwendet.

Das IAW beteiligt sich in vielen Projekten an der arbeitsmarktpolitischen Wir­kungs­forschung und evaluiert Maßnahmen und Reformen in der Arbeitsmarkt, Sozial- und Bildungspolitik. Dies betrifft insbesondere Förderungen und Instrumente im Bereich der Grund­sicherung für Arbeitsuchende, also dem Bereich des SGB II, wo die lange Dauer des Leistungsbezugs den Einsatz neuer, zielsicherer und wirksamer Arbeitsmarkt­instrumente erfordert. Aber auch in der Evaluation der Förderung von Jugendlichen mit schlechten Startchancen ist das IAW aktiv. In diesen Projekten werden regelmäßig neben aktuellen Verfahren der statistischen Analyse von Mikrodaten auch qualitative Untersuchungsmethoden eingesetzt.

Ein weiteres Anliegen des IAW ist es, die Anwendung von Förderungen und Instrumenten auf der lokalen Ebene besser in den Forschungsansatz einzubeziehen. Hierzu beschäftigt sich das IAW auch mit dem Handeln und den Strategien einzelner Vermittler und Fallmanager in der Arbeitsverwaltung und den Jobcentern. Außerdem geht das IAW-Team auch der Frage nach der Verankerung der Gleichstellung in der öffentlichen Arbeitsverwaltung nach. Daneben beteiligt sich das IAW an der Planung und Implementierung von Projekten und Modellvorhaben im Schnittgebiet von Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik. Hierbei geht es auch darum, die Qualität von Projekten durch eine prozessbegleitende, formative Evaluation zu optimieren.

Wichtige Themen in der empirischen Arbeitsmarktforschung des IAW sind ferner die Lohnbildung, die Beschäftigung bestimmter Gruppen am Arbeitsmarkt, beispielsweise älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, und der Arbeitskräftebedarf der Betriebe unter den Bedingungen des demografischen Wandels. Zum Thema Lohnbildung gehört auch die Wirkungsforschung zu den Mindestlöhnen. Untersucht wird ferner, unter welchen Anpassungsdruck die Internationalisierung der Produktion und die demografische Entwicklung Beschäftigte und Betriebe stellen.

Ein drittes Forschungsfeld ist die Armuts- und Reichtumsforschung. Bei der Analyse von Einkommen und Vermögen verfolgt das IAW das Ziel, noch immer bestehende Lücken in der Forschung für Deutschland zu schließen. Daneben beschäftigt sich das IAW regelmäßig auch mit den nichtmateriellen Maßen für Armut und Reichtum. Dabei geht es insbesondere um die gesellschaftliche Teilhabe und die Verwirklichungschancen.