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Unternehmensdynamik und Strukturwandel

Ziel des Forschungsschwerpunktes "Unternehmensdynamik und Strukturwandel" ist es, wirtschaftliche Veränderungsprozesse zu beschreiben und zu analysieren. Dazu zählen insbesondere die ökonomischen Konsequenzen neuer technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, etwa in den Bereichen Mobilität, Umwelt oder Information und Kommunikation. Hinzu kommen außenwirtschaftliche Einflüsse, neue Organisationsformen und Veränderungen in der Arbeitswelt. Diese langfristigen Veränderungsprozesse werden von kurzfristigen konjunkturellen Schocks überlagert. Grundlegende Fragen für die Analyse sind,

  • welche Bereiche von strukturellen Veränderungen betroffen sind,
  • wie sich der Strukturwandel auf die Unternehmensdynamik sowie die Beschäftigung auswirkt,
  • welches die Ursachen hierfür sind,
  • inwieweit wirtschaftspolitische Akteure die Rahmenbedingungen für diesen Wandel gestalten können.

Neugegründete Unternehmen gelten als besonders dynamisches Segment von Unternehmen, von denen wichtige Impulse für Innovation und Beschäftigung erwartet werden. Untersuchungen zum Gründungsaufkommen, Überleben und Wachstum neugegründeter Unternehmen sowie zu deren Rolle für die Entwicklung der Beschäftigung und ihrer Strukturen spielen daher eine wichtige Rolle innerhalb dieses IAW-Forschungsschwerpunkts. Ein weiterer Fokus liegt auf den kleineren und mittleren Unternehmen als besonders prägendem Element der deutschen Unternehmenslandschaft.

Methodisch stützt sich der Forschungsschwerpunkt "Unternehmensdynamik und Strukturwandel" auf die ökonometrische Analyse von Daten zu Unternehmen, Betrieben und Beschäftigten. Neben Daten auf aggregierter Ebene werden insbesondere Mikrodaten über einzelne Betriebe und Unternehmen herangezogen, welche die amtliche Statistik nun in zunehmendem Maße zur Verfügung stellt. In diesem Zusammenhang versucht das IAW auch, verbleibende Schwachstellen im amtlichen Datenmaterial aufzudecken und zu dessen Verbesserung für die wirtschaftswissenschaftliche Forschung beizutragen. Zudem werden eigene standardisierte Befragungen sowie qualitative Experteninterviews durchgeführt.

Das IAW befasst sich bei seinen Analysen zum wirtschaftlichen Strukturwandel mit Branchen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors, aber auch mit solchen Wirtschaftssektoren, die gemessen an der Wirtschaftszweigsystematik der amtlichen Statistik den Charakter von Querschnittsbranchen haben und damit statistisch nicht durchweg trennscharf abgebildet sind. Dies gilt zum Beispiel für die Umweltschutzwirtschaft, aber auch für die Gesundheitsbranche. Unabhängig davon spielt für das IAW der Themenkomplex Tertiarisierung eine große Rolle, der gerade auch für den noch immer recht industriestarken Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg interessante Untersuchungspotenziale bietet.