Aktuelle Meldungen aus dem IAW

       

Nur wenig mehr Frauen in Führungspositionen in den baden-württembergischen Betrieben

Seit 2018 hat sich in den privatwirtschaftlichen und öffentlichen Betrieben im Land der Frauenanteil auf oberster Führungsebene von knapp 26 Prozent auf knapp 29 Prozent in 2020 nur leicht erhöht. Hingegen blieb auf der zweiten Führungsebene der Frauenanteil mit rd. 40 Prozent nahezu konstant. Gemessen an ihrem Anteil an der Beschäftigung von gut 45 Prozent bleiben Frauen auf beiden betrieblichen Führungsebenen in Baden-Württemberg aber weiterhin unterrepräsentiert. Dies zeigen aktuelle Berechnungen des IAW auf der Basis des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg, einer alljährlichen repräsentativen Arbeitgeberbefragung in rund 1.200 Betrieben.

Während der Frauenanteil auf der zweiten betrieblichen Führungsebene seit 2014 nahezu konstant blieb, war auf der obersten Führungsebene erstmals seit 2012 ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Zwischen den verschiedenen Betriebsgrößenklassen und Branchen gibt es weiterhin erhebliche Unterschiede: So sind Frauen in Relation zu ihrem Anteil an den Beschäftigten insgesamt am stärksten in den Kleinst- und Kleinbetrieben sowie im Dienstleistungssektor auf beiden Führungsebenen vertreten.  
 

2. Februar 2021: Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Pandemie lässt die Schattenwirtschaft steigen

Der Rückgang der offiziellen Wirtschaftsleistung und der Anstieg der Arbeitslosigkeit haben nach aktuellen Berechnungen im Jahr 2020 zu einem deutlichen Anstieg der Schattenwirtschaft geführt. Für das Jahr 2021 wird wieder ein geringfügiger Rückgang prognostiziert. Neben der Corona-Pandemie bestimmt auch der weitgehende Wegfall des Solidaritätszuschlags die weitere Entwicklung im Jahr 2021.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer neuen Prognose der Schattenwirtschaft in Deutschland, die gemeinsam von Professor Friedrich Schneider (Universität Linz) und dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) erarbeitet wurde. Der Umfang der Schattenwirtschaft lag danach im Jahr 2020 bei 339 Mrd. Euro. Für das Jahr 2021 werden 336 Mrd. Euro prognostiziert, d.h. eine geringe Abnahme um 3,0 Mrd. Euro.

Pressemitteilung

Höhere Löhne erleichtern die Entscheidung für den Pflegeberuf

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung spielt der erwartete Lohn eine positive und statistisch signifikante Rolle bei der Entscheidung eine Pflegekraft zu werden. Zudem zeigt sich, dass die Unterschätzung des Lohns einer Pflegekraft die Wahrscheinlichkeit verringert, den Beruf zu ergreifen. Die empirischen Ergebnisse führen zu zwei wichtigen politischen Implikationen. Zum einen kann eine Erhöhung des Lohns dazu beitragen, den in vielen Ländern beobachteten Fachkräftemangel zu überwinden. Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass die Vermittlung von Informationen über den (relativen) Lohn eine erfolgreiche Strategie sein kann, um mehr Personen für die Pflege zu gewinnen.

Philipp Kugler: Wage expectation, information and the decision to become nurse, IAW Discussion Papers No. 135, Januar 2021

Neues aus dem IAW: IAW-News 4/2020 online

  • Geänderte Rahmenbedingungen könnten die Innovationstätigkeit der Betriebe vermindern
  • 93 Mio. schwerer EU-Fonds gegen Armut in Deutschland erfolgreich umgesetzt, trotz Startschwierigkeiten
  • Wie können Pflegeberufe attraktiver werden?
  • Neues IAW-Projekt im Rahmen des Forschungsnetzwerks Interdisziplinare Sozialpolitikforschung (FIS) gefördert

IAW-News 4/2020

IAW-Studie zu betrieblichen Reaktionen auf den Strukturwandel in Baden-Württemberg zeigt: Innovations- und Weiterbildungsaktivitäten sind zwar sehr bedeutsam, aber nicht hinreichend

Innovationstätigkeiten stellen eine vielgenutzte Strategie im Umgang mit strukturellen Veränderungen dar. Besonders häufig werden Innovationen von Betrieben, die digitalisiert sind und unter hohem Wettbewerbsdruck stehen, durchgeführt. Gleichzeitig sind innovative Betriebe besonders häufig von Personalmangel betroffen.

Weiterbildungstätigkeiten stellen eine wichtige Strategie in Bezug auf den Fachkräftemangel dar. Auffällig ist jedoch, dass Weiterbildungstätigkeiten bei älteren Beschäftigten weiterhin zu wenig genutzt werden.

Anne Zühlke, Fabian Genswein: Strukturelle Änderungen in baden-württembergischen Betrieben. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg, IAW-Kurzbericht 3/2020

Siehe auch: 3 Fragen zur Innovationskraft