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Dezember 2020

Neues aus dem IAW: IAW-News 4/2020 online

  • Geänderte Rahmenbedingungen könnten die Innovationstätigkeit der Betriebe vermindern
  • 93 Mio. schwerer EU-Fonds gegen Armut in Deutschland erfolgreich umgesetzt, trotz Startschwierigkeiten
  • Wie können Pflegeberufe attraktiver werden?
  • Neues IAW-Projekt im Rahmen des Forschungsnetzwerks Interdisziplinare Sozialpolitikforschung (FIS) gefördert

IAW-News 4/2020

IAW-Studie zu betrieblichen Reaktionen auf den Strukturwandel in Baden-Württemberg zeigt: Innovations- und Weiterbildungsaktivitäten sind zwar sehr bedeutsam, aber nicht hinreichend

Innovationstätigkeiten stellen eine vielgenutzte Strategie im Umgang mit strukturellen Veränderungen dar. Besonders häufig werden Innovationen von Betrieben, die digitalisiert sind und unter hohem Wettbewerbsdruck stehen, durchgeführt. Gleichzeitig sind innovative Betriebe besonders häufig von Personalmangel betroffen.

Weiterbildungstätigkeiten stellen eine wichtige Strategie in Bezug auf den Fachkräftemangel dar. Auffällig ist jedoch, dass Weiterbildungstätigkeiten bei älteren Beschäftigten weiterhin zu wenig genutzt werden.

Anne Zühlke, Fabian Genswein: Strukturelle Änderungen in baden-württembergischen Betrieben. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg, IAW-Kurzbericht 3/2020

Siehe auch: 3 Fragen zur Innovationskraft

Allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn: seine Kontrolle und Durchsetzung sowie bürokratische Kosten für Arbeitgeber

Im Rahmen dieser Studie von IAW, SOKO-Institut und IZA im Auftrag des BMAS wurde die Einhaltung der Pflichten nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG), den Aufwand der Arbeitgeber, die Vorgehensweise der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) bei der Prüfung der Einhaltung der Pflichten und die Rolle der Haftung des Auftraggebers nach § 13 MiLoG untersucht. Die Analyse identifiziert wichtige Handlungsbedarfe bei der Durchsetzung des Mindestlohns. Dazu gehören Vereinfachungen bei der Umsetzung des MiLoG in den Betrieben, eine wirkungsvollere Informationspolitik sowie Verbesserungen bei der Ausstattung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Bericht

Wovon hängt die Attraktivität von Pflegeberufen in Deutschland ab?

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Attraktivität von Pflegestellen aus Sicht der rd. 1.300 Befragten am stärksten von „weichen“ Merkmalen wie der Atmosphäre im Team und der verfügbaren Zeit für Gespräche mit den Patienten und Pflegebedürftigen beeinflusst wird. „Harte“ Faktoren, darunter auch der Lohn, haben zwar ebenfalls einen statistisch signifikanten Einfluss, spielen aber eine wesentlich geringere Rolle.

Martin Kroczek, Jochen Späth: The Attractiveness of Jobs in the German Care Sector – Results of a Factorial Survey
IAW Discussions Papers No. 134, December 2020

Betriebliche Aus- und Weiterbildung in Baden-Württemberg 2019

Obwohl sich die Auszubildenden- und die Besetzungsquote in 2019 deutlich erhöht haben, stellen Nichtbesetzungen weiterhin ein gravierendes Problem für viele Ausbildungsbetriebe dar. Und obwohl die Gewährung zusätzlicher Sach‐ und Geldleistungen für die Auszubildenden ein probates Mittel darstellt, die Attraktivität einer dualen Ausbildung zu erhöhen, machten nur vier von zehn Arbeitgebern (vor allem Großbetriebe) davon Gebrauch.

Die Weiterbildungsquote lag 2019 mit 38 % erneut über dem bundesweiten Durchschnitt von 34 %. Der Anteil der Beschäftigten, die an betrieblichen Fort‐ und Weiterbildungsmaßnahmen teilnahmen, ist im Land gegenüber 2018 allerdings um 1,6 Prozentpunkte gesunken. Das könnte u.a. daran liegen, dass sich die Übernahme der direkten und indirekten Kosten für Maßnahmen der betrieblichen Weiterbildung durch die Arbeitgeber rückläufig entwickelt hat. Nur gut die Hälfte aller Betriebe (rd. 55%) hat in 2019 die Weiterbildungskosten vollständig übernommen. Das bedeutet gegenüber 2017 einen Rückgang von 12 Prozentpunkten.

Isabell Göbel, Günther Klee: Betriebliche Ausbildung in Baden-Württemberg 2019. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg, IAW-Kurzbericht 2/2020

Isabell Göbel, Günther Klee: Betriebliche Fort- und Weiterbildung 2019. Eine empirische Analyse auf der Basis des IAB-Betriebspanels Baden-Württemberg, IAW-Kurzbericht 4/2020