Start / Forschung / Arbeitsmärkte und Soziale Sicherung / Laufende Projekte / Evaluation des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG)

Evaluation des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG)

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt die Überlassung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch Personalvermittlungen gegenüber Arbeitgebern, sofern dies im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit stattfindet. Zuletzt kam es im April 2017 zu einer Novelle des Gesetzes, mit der insbesondere Überlassungszeiten und Fragen der Entlohnung neu geregelt wurden. Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Wirksamkeit der Neuregelungen des AÜG wissenschaftlich zu evaluieren. Insbesondere soll die Situation vor dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle mit derjenigen danach verglichen werden.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Einführung einer Überlassungshöchstdauer (ÜHD) und die Neuregelungen zum Equal Pay (EP). Darüber hinaus sollen auch Konkretisierungen im Gesetzestext (Informationspflicht nach § 11 AÜG sowie Schwellenwerte nach § 14 AÜG) und das Streikbrecher Verbot nach § 11 AÜG sowie die Festhaltenserklärungen von Leiharbeitskräften in der Evaluation berücksichtigt werden. Insgesamt sollen sowohl Wirkungen auf die Verleihbetriebe, auf die Leiharbeitskräfte sowie auf die Einsatzunternehmen untersucht werden.

Die inhaltliche Breite der Untersuchungsfragen verlangt einen multimethodischen Ansatz, um die Vielfalt der Perspektiven abzubilden. Explorativ-qualitative und deskriptiv-quantitative Analysen untersuchen zunächst die Rahmenbedingungen, den aktuellen Stand der Implementation des Gesetzes sowie die Situation der verschiedenen relevanten Akteure (Leiharbeitskräfte, potenzielle Einsatzbetriebe sowie Verleihbetriebe). Die darauf aufsetzende Wirkungsanalyse hat zum Ziel, etwaige kausale Zusammenhänge zwischen den Änderungen des AÜG und den verschiedenen Ergebnisvariablen zu identifizieren. In einer qualitativen Implementationsanalyse liegt der Fokus auf den Handlungsbedingungen, unter denen die Umsetzung der Gesetzesänderung erfolgt. Damit sollen Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und mögliche Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden. Dazu werden problemzentrierte Interviews u.a. mit Verleihbetrieben, Leiharbeitskräften, Einsatzbetrieben sowie Interessenvertretungen von Arbeitnehmer/innen und Arbeitgebern geführt.


Kooperationspartner:
Auftraggeber:
Projektteam: Ansprechpartner: Andreas Koch (Tel: 07071 9896 12 // E-Mail)

Status:
2019 - laufend