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Begleitevaluation der arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete

Die Aufgabenstellung der Begleitevaluation ist es, Umsetzung, Inanspruchnahme, Wirksamkeit und Effizienz dieser arbeitsmarktorientierten Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete umfassend zu untersuchen und zu bewerten. Auf Grundlage der erreichten Evalua­tionsergebnisse sollen möglichst konkrete Handlungsempfehlungen für eine zielorientierte Gestaltung des Portfolios an arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen – unter Berücksichtigung denkbarer Konflikte mit anderen Zielsetzungen der Integrations­politik des Bundes – abgeleitet werden.

Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, sich an einer umfangreichen Reihe von Leitfragen zu orientieren, die sich auf unterschiedliche Felder beziehen:

Monitoring: Eine umfassende deskriptive Analyse der Strukturen in der vorgefundenen Förderlandschaft ist eine unverzichtbare Basis für das Design eines zielführenden Evalua­tionskonzepts, hat darüber hinaus jedoch einen eigenständigen Er­kennt­niswert. So gibt es Auskunft über die Entwicklung der Teilnehmer­zah­len und deren Struktur, über die Erreichbarkeit der Zielgruppen sowie über typische Kombinationen und Sequenzen von Einzelmaßnahmen (Maßnahmeketten).

Quantitative Wirkungsanalyse: Schätzun­gen zur Wirksamkeit der zuuntersuchenden Maßnahmen müs­sen sich stets als Ursache-Wirkungs-Aussagen interpretieren lassen. Hier lautet die übergeordnete Leitfrage mithin: In welchem Ausmaß lassen sich beobachtete Veränderungen bei den zu untersuchenden Zielgrößen ursächlich auf die Teilnahme an einer bestimmten Maßnahme oder einer bestimmten Maßnahmenkette zurückführen?

Gender Mainstreaming und Gleichstellung: Hier ist zu untersuchen, ob die arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete unterschiedliche Gruppen systema­tisch unterschiedlich fördern. Dabei ist zu differenzieren, ob festgestellte Unterschiede das Ergebnis unterschiedlicher Zugangschancen zu den Maßnahmen sind. Systematische Unterschiede nach Alter und Herkunft oder auch Bildungsstand sind ebenfalls zu untersuchen und mit Blick auf Gleichstellungsziele zu bewerten.

Effizienzanalyse: Hierbei stellen sich Fragen der Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme, es geht also um Kosten-Nutzen-Relationen. Die Effizienzanalyse setzt voraus, dass überhaupt Wirkungen einer Maßnahme identifiziert werden können.

Implementationsanalyse: Mit den Verfahren der qualitativen Sozialfor­schung gilt es zu klären, welche Bedeutung institutionelle Rahmen­bedingungen und Akteurskonstella­tionen für die Gestaltung und Umsetzung der Maßnahmen haben, und über welche Mechanismen­ diese wiederum die Wirksamkeit der Maßnahmen beeinflussen. Hier stellen sich forschungsleitende Fragen wie: Wie werden die planerischen Konzeptionen der Maßnahmen und Instrumente umgesetzt? Welche Rolle spielen hierbei die Träger? Wie gut wird bei der Umsetzung flüchtlings-spezifischen Bedürfnissen Rechnung getragen? Wie laufen die Prozesse bei der Auswahl oder Zuweisung von Teilnehmenden ab? Gibt es bei den relevanten Arbeitsmarktakteuren unterschiedliche Umsetzungsstrategien? Wie funktionieren die Schnittstellen zwischen den Akteuren? Wie stark und wie gut sind Betriebe in die Konzeption und Umsetzung eingebunden? Wie gut sind Ehrenamtliche und andere private Anbieter von Unterstützungs­leistungen für Geflüchtete?

Handlungsempfehlungen: Deren Ableitung auf Basis der erzielten Befunde wird sich an folgenden Leitfragen orientieren: Wie konkret lassen sich Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der untersuchten Instrumente und Maßnahmen verbessern? Gibt es Verbesserungspotenziale beim Konzept der Interventionen, bei den Prozessen ihrer Umsetzung vor Ort und bei der Zielgruppenabgrenzung? Wie muss nachjustiert werden, wenn die Förderung zwar Verbesserungen bei bestimmten integrationspolitischen Zielen er­zielt, aber zugleich Verschlechterungen bei anderen Zielen der Integrationspolitik des Bundes? Gehen also etwa Fortschritte bei der Geschwindigkeit der Eingliederung in Beschäftigung zu Lasten der Qualifizierungsziele? Oder würde eine stärkere Konzentration der Schutzberechtigten in bestimmten Regio­nen, beispielsweise in städtischen Verdichtungsräumen, die Wirksamkeit der eingesetzten arbeits­markt­politischen Integrationsmaßnahmen verbessern?


Kooperationspartner:
  • Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA), Bonn (Konsortialführer)
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW), Berlin
  • Kantar Public (Kantar Deutschland GmbH), München
  • Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), Universität Duisburg-Essen
  • Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg
  • RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen

Auftraggeber:
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Ansprechpartner: Bernhard Boockmann (Tel: 07071 9896 20 // E-Mail)

Status:
2017 - laufend