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Bildungsrenditen einer dualen Berufsausbildung

In Zeiten, in denen ein Hochschulstudium vermehrt als ein Garant für ein gesichertes Auskommen und ein erfülltes Leben gesehen wird, stellt sich zunehmend die Frage nach dem Wert einer dualen Berufsausbildung. Tatsächlich stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Personen in Deutschland so gut wie seit langem nicht mehr. Ob sich ein Studium oder eine Berufsausbildung monetär (mehr) lohnt, hängt allerdings von vielen Faktoren ab, unter anderem dem Studienfach bzw. dem Lehrberuf und den sich daraus ergebenden konkreten Berufs- und Karrieremöglichkeiten sowie der Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen.

Bei der Berechnung von Bildungsrenditen fehlen in der wissenschaftlichen Literatur, aber auch im politischen Diskurs, oft verlässliche Daten(-quellen), welche einerseits die Verdienste über den Lebenszyklus genau abbilden und andererseits die Bildungsbiografie der Personen detailliert und verlässlich erfassen. So wird beispielsweise die Bildungsrendite einer dualen Berufsausbildung falsch eingeschätzt, wenn statt dem Lebenseinkommen der Bruttolohn zu einem bestimmten Alter als Zielgröße verwendet wird. So wird nicht berücksichtigt, dass sich der zeitliche Verlauf von Bildungsrenditen in den unterschiedlichen Bildungswegen erheblich unterscheiden kann. Verglichen mit einem Hochschulstudium fallen die Erträge einer dualen Berufsausbildung schon sehr viel früher an, was sich auch auf die Berechnung von Bildungsrenditen auswirken kann, wenn Einkommensdaten aus der (frühen) Erwerbsbiografie in den meist verwendeten Befragungsdaten nicht vorhanden sind.

Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die Bildungsrendite einer dualen Berufsausbildung zu untersuchen. Dabei geht es in erster Linie um die individuelle Bildungsrendite (höheres Einkommen im Verhältnis zum individuellen Aufwand). Hierbei werden die Erträge und Kosten der Bildungsentscheidung berechnet oder ggf. geschätzt und mit einer kontrafaktischen Situation verglichen. Das Projekt nutzt moderne Evaluationsmethoden auf der Basis ökonometrischer Verfahren und Daten des Nationalen Bildungspanels (National Educational Panel Study, NEPS), die mit administrativen Daten verknüpft werden (NEPS-SC6-ADIAB).

Insgesamt bestehen noch erhebliche Forschungslücken im Hinblick auf den Vergleich der Bildungsrenditen unterschiedlicher Bildungsgänge. Hier soll das Projekt ansetzen und Aspekte beleuchten, die so noch nicht in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion betrachtet wurden.


Auftraggeber:
  • Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag e.V. (BWIHK)

Projektteam:
  • Dr. Tobias Brändle (Projektleitung)
  • Philipp Kugler
  • Anne Zühlke
  • Prof. Dr. Bernhard Boockmann (Beratung)
Ansprechpartner: Tobias Brändle (Tel: 07071 9896 16 // E-Mail)

Status:
2019 - laufend