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Lösungen von Ausbildungsverträgen im Garten- und Landschaftsbau

Das System der dualen beruflichen Ausbildung in Deutschland gilt angesichts der hierzulande vergleichsweise guten Arbeitsmarktentwicklung bei jungen Erwachsenen international als Erfolgsmodell. Immer wieder wird aber auch auf Probleme des deutschen Ausbildungssystems hingewiesen. Dazu gehört das Problem der Ausbildungsabbrüche. Bei einer vorzeitigen Beendigung der Ausbildung verlieren die Auszubildenden Zeit, da der Übergang in einen anderen Ausbildungsberuf oder in einen anderen Betrieb häufig nicht nahtlos möglich ist. Auf Basis der BIBB-Übergangsstudie 2011 enden 14,3 % aller Ausbildungen in Deutschland mit dem Wechsel des Ausbildungsberufs oder dem gänzlichen Ausscheiden aus der beruflichen Ausbildung. Im ersten Jahr werden 7,8 % der Ausbildungen auf diese Weise beendet. Weitere Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich zwei Jahre nach dem Abbruch der Ausbildung nur knapp die Hälfte der Abbrecher in einer neuen Berufsausbildung befindet. Nach den Daten der Berufsbildungsstatistik ist der Garten- und Landschaftsbau überdurchschnittlich stark von Vertragslösungen betroffen; im Jahr 2014 betrug die Vertragslösungsquote in der Definition des BIBB im Ausbildungsberuf Gärtner/in (alle Fachrichtungen) 28,3 %.

Die Ursachen des Ausbildungsabbruchs sind vielfältig. Unter den persönlichen Kontexten sind die qualifikatorischen Voraussetzungen zu nennen, aber auch Charaktereigenschaften und Soft Skills wie z.B. fehlendes Selbstvertrauen oder mangelnde Konfliktfähigkeit. Ebenso können Schwierigkeiten bei der Berufswahlentscheidung dazu führen, dass Ausbildungsberufe gewählt werden, die nicht den Wünschen und Fähigkeiten der Jugendlichen entsprechen. Dazu können Konflikte und fehlende Unterstützung im Ausbildungsbetrieb oder in der Berufsschule führen.  Das Ziel der Studie ist es, vertiefte Informationen über den Ausbildungsabbruch im Garten- und Landschaftsbau bereitzustellen, die Grundlage für zielgerichtetes Handeln zur Erhöhung der Stabilität der Ausbildungsverhältnisse sein kann. Dazu sollen zum einen differenzierte statistische Informationen bereitgestellt werden. Erfasst werden soll nicht nur die Häufigkeit von Vertragslösungen in unterschiedlichen Bereichen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten, sondern es geht auch um den individuellen und betrieblichen Kontext, aus dem heraus sich Ausbildungsabbrüche ereignen.

Ferner soll auch der Folgezustand nach dem Abbruch in den Blick genommen werden. Im Vordergrund steht dabei das Konzept der Vertragslösung, um Vergleichbarkeit mit der amtlichen Statistik sowie den Berechnungen des BIBB (beispielsweise Vertragslösungsquoten) zu gewährleisten. Durch die Erhebung des Folgezustands können aber auch Aussagen zum (endgültigen) Abbruch der Ausbildung im Ausbildungsberuf getroffen werden.


Auftraggeber:
Projektteam: Ansprechpartner: Bernhard Boockmann (Tel: 07071 9896 20 // E-Mail)

Status:
2016 - laufend