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Bedeutung der industrienahen Dienstleistungen in Baden-Württemberg unter besonderer Berücksichtigung der Digitalisierung

Wie andere Industrieländer auch ist Deutschland von einem sektoralen Strukturwandel betroffen. Neben diesem sektoralen Strukturwandel in Richtung Dienstleistungssektor gewinnen Dienstleistungen auch im Kontext der Güterherstellung im Verarbeitenden Gewerbe eine immer größere Bedeutung. Dies führte zur Entwicklung eines Dienstleistungssegments, das sich als direkte „Zulieferer“ für die Industrie etablierte und somit Teil eines Industrie-Dienst­leistungs-Verbundes ist. Diese sogenannten industrienahen Dienstleistungen stellen ein beson­ders dynamisches Segment innerhalb des Dienstleistungssektors dar. Die industrienahen Dienstleistungen sind allerdings nicht nur als ein eigenständiger Sektor wirtschaftlich von Bedeutung. Als Partner von Industrieunternehmen tragen sie auch zu Innovationen und zur Umsetzung neuer Lösungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung bei. Ein funktionierender Industrie-Dienstleistungs-Verbund ist daher zunehmend ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für einen Industriestandort. 

Gerade in Baden-Württemberg, das wie kaum ein anderes Bundesland durch das Verarbeitende Gewerbe und seine spezifische Struktur (Bedeutung von KMUs, Hidden Champions, Innovation) geprägt ist, hat der Industrie-Dienstleistungs-Verbund eine besonders große Bedeutung, die durch die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung noch zunimmt. Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen und die Einführung von Industrie 4.0 verändern die Arbeitswelt durchgreifend. Die bisherige Forschung hat auf wichtige Zusammenhänge hingewiesen, insbesondere auf die Betroffenheit unterschiedlicher Tätigkeiten wie Routine-, analytischer und interaktiver Tätigkeiten von diesen Entwicklungen. Ein klares Bild, welche Tätigkeiten künftig aufgrund der Digitalisierung wegfallen oder verändert werden und welche Folgen dies für den sektoralen Strukturwandel hat, stellt sich jedoch noch nicht dar.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Studie folgende Zielsetzungen:

  • Definition und statistische Abgrenzung von industrienahen und von produktbegleitenden Dienstleistungen, hybrider Wertschöpfung sowie der Aspekte der Digitalisierung.
  • Beschreibung und Analyse der quantitativen Bedeutung von industrienahen Dienstleistungen sowie von Umfang und Struktur des Industrie-Dienstleistungs-Verbundes in Baden-Württemberg im Vergleich zu Deutschland insgesamt.
  • Analyse der Bedeutung von industrienahen Dienstleistungen für Innovationen in Industrieunternehmen in Baden-Württemberg.
  • Analyse der Bedeutung von hybrider Wertschöpfung sowie des Zusammenspiels zwischen produktbegleitenden Dienstleistungen und Innovationen in Industrieunternehmen in Baden-Württemberg.
  • Untersuchung der Bedeutung der Digitalisierung im Industrie-Dienstleistungs-Verbund in Baden-Württemberg sowie der Potenziale der Digitalisierung für die Entwicklung der Schnittstelle Industrie – Dienstleistungen.
  • Darstellung von möglichen Entwicklungspfaden und Potenzialen für industrienahe und für produktbegleitende Dienstleistungen in Baden-Württemberg und Ableitung von Handlungsoptionen zu deren Stärkung.

Kooperationspartner:
Auftraggeber:
  • Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

Projektteam: Ansprechpartner: Andreas Koch (Tel: 07071 9896 12 // E-Mail)

Status:
2016 - laufend