Konjunkturprognosen für Baden-Württemberg 2021 - 2026
Zweites Quartal 2026: Lebenszeichen von der Konjunktur
Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg wird nach dem aktuellen Nowcast des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Hohenheim im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,4 Prozent zunehmen. Auch für die beiden Folgequartale wird ein positives Wachstum prognostiziert, das sich jedoch zum Jahresende abschwächt. Schon im ersten Quartal 2026 war nach vorläufigen Zahlen eine spürbare Zunahme der Wirtschaftsleistung feststellbar.
Veränderungsraten des BIP zum Vorquartal, 2024‐2026

© IAW und Universität Hohenheim 2026. Datenquellen: 2024q1 bis 2026q1: Ministerium für Wirtschaft,Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg; 2026q2 bis 2026q4: IAW und Universität Hohenheim; eigene Berechnungen. Die Daten sind preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt.
Der Begriff Nowcasting bedeutet, dass es sich um die Prognose des BIP für das laufende Quartal handelt, für das die offizielle Berechnung erst im Folgequartal veröffentlicht wird.
Langfristige Entwicklung des realen BIP
Im Zeitraum der letzten zehn Jahre ist der Sondereinfluss der Corona-Pandemie auf das Wachstum des BIP im zweiten Quartal 2020 und die Gegenbewegung in den beiden Folgequartalen die auffälligste Entwicklung. Seit dem Beginn des Jahres 2022 bis Anfang 2024 blieb die Wertschöpfung in Baden-Württemberg auf einem weitgehend konstanten Niveau. Im Jahr 2024 geriet die baden-württembergische Wirtschaft tief in die Rezession. In einzelnen Quartalen des Folgejahres ging es verhalten aufwärts, das reichte jedoch nicht aus, um das Wachstum im Jahr 2025 ins Plus zu drehen.
Niveau des BIP in Baden-Württemberg, 2017-2026

© IAW und Universität Hohenheim 2026. Datenquellen: 2017q1 bis 2026q1: Statistisches Landesamt und Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg; 2026q2 bis 2026q4: IAW und Universität Hohenheim; eigene Berechnungen. Die Daten sind preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt.
Baden-Württemberg im Vergleich zur Bundesebene
Die Rezession 2024 und 2025 hat Baden-Württemberg stärker getroffen als Deutschland insgesamt. Stärker ist aber auch die aktuelle Aufwärtsentwicklung. Der Nowcast für das baden-württembergische BIP liegt im zweiten Quartal 2026 oberhalb der Referenzwerte für den Bund – mit Ausnahme des ifo-cast, der nur wenig vom IAW-Hohenheim-Nowcast unterschieden ist. Für die Folgequartale befinden sich die Ergebnisse für den Bund alle auf der Nulllinie, während für Baden-Württemberg ein geringes positives Wachstum prognostiziert wird.
Quartalsweise BIP‐Wachstumsraten: Vergleich zur Bundesebene

© IAW und Universität Hohenheim 2026. Datenquellen für Baden-Württemberg: 2024q1 bis 202q1: Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg; 2026q2 bis 2026q4: IAW und Universität Hohenheim; eigene Berechnungen. Datenquellen für die Bundesebene: 2024q1 bis 2026q1: Statistisches Bundesamt; 2026q2 bis 2026q4: ifoCAST 2026, Arbeitsgemeinschaft Gemeinschaftsdiagnose 2026, BMWE 2026. Alle Daten sind preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt, Saisonbereinigung der VGR-Werte nach X13 JDemetra+.
Kooperationspartner:
Dr. Karsten Schweikert, Core Facility Hohenheim (640), Universität Hohenheim, Tel. 0711 459-24713, karsten.schweikert@uni-hohenheim.de
Auftraggeber:
Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Bernhard Boockmann ( 07071 9896 20 // E-Mail )
Status:
laufend