Höhere Löhne erleichtern die Entscheidung für den Pflegeberuf
Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung spielt der erwartete Lohn eine positive und statistisch signifikante Rolle bei der Entscheidung eine Pflegekraft zu werden. Zudem zeigt sich, dass die Unterschätzung des Lohns einer Pflegekraft die Wahrscheinlichkeit verringert, den Beruf zu ergreifen. Die empirischen Ergebnisse führen zu zwei wichtigen politischen Implikationen. Zum einen kann eine Erhöhung des Lohns dazu beitragen, den in vielen Ländern beobachteten Fachkräftemangel zu überwinden. Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass die Vermittlung von Informationen über den (relativen) Lohn eine erfolgreiche Strategie sein kann, um mehr Personen für die Pflege zu gewinnen.
Die Ergebnisse der Evaluierung bestätigen die Relevanz des Programms für die Armutsbekämpfung. Aus der Sicht der Evaluierung sollte das Programm daher in der nächsten Förderperiode weitergeführt werden. Dabei sollten bei der Integration des EHAP in den ESF+ die folgenden Modifikationen berücksichtigt werden. Sie betreffen die Strukturierung und Ausrichtung der Programmziele, die Finanzierung des EHAP, die Gestaltung der Fördergegenstände und das Monitoring.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Attraktivität von Pflegestellen aus Sicht der rd. 1.300 Befragten am stärksten von „weichen“ Merkmalen wie der Atmosphäre im Team und der verfügbaren Zeit für Gespräche mit den Patienten und Pflegebedürftigen beeinflusst wird. „Harte“ Faktoren, darunter auch der Lohn, haben zwar ebenfalls einen statistisch signifikanten Einfluss, spielen aber eine wesentlich geringere Rolle.
19. und 20. November 2020: Internationaler Workshop: Machine Learning in Labor, Education, and Health organisiert von IAB, Universität Erlangen-Nürnberg und LASER
Heterogeneous Effects of Job Characteristics on the Attractiveness of Nursing Jobs – An Analysis Using Causal Forest.
Martin Kroczek [IAW]
7. Oktober 2020: 44. Reutlinger Pflegekonferenz, Rathaus Reutlingen (Online)
Hintergründe, Erkenntnisse und nützliche Impulse für die Gewinnung von Pflegekräften
Martin Kroczek [IAW]
Publikationen
Uwe Schwarze, Matthias Becker, Christoph Döring, Kathrin Mittelstät
Soziale Schuldnerberatung.
Sozialmagazin. 6/2020, S. 37-43.
What makes them happy? Professional care-givers’ job satisfaction.
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 53, 655–662 (2020). https://doi.org/10.1007/s00391-020-01759-6
Rolf Kleimann
Ungleichheit - sehen was der Fall ist
ifo Schnelldienst, 2/2020, 73. Jg., S. 23-26.
Why did income inequality in Germany not increase further after 2005?
German Economic Review, 2019, Vol. 20, pp. 471-504. https://www.degruyter.com/document/doi/10.1111/geer.12153/html
Uwe Schwarze, Kathrin Mittelstät
„Cash und Care“ – Entwicklungspfade der Sozialhilfe zwischen materieller Grundsicherung und personenbezogenen sozialen Diensten.
Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit: Existenzminimum oder Teilhabe? Weiterentwicklung des Sozialhilfesystems. 4/2018, S. 4-19.