Die aktuelle Prognose des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Hohenheim für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Baden-Württemberg deutet auf einen positiven wirtschaftlichen Verlauf des Jahres 2026 hin. Diese Entwicklung könnte auch über den kommenden Winter anhalten. Die zugrunde liegenden Indikatoren geben jedoch kein einheitlich positives Bild. Der aktuelle Nowcast sagt für das dritte Quartal 2026 – saison- und arbeitstäglich bereinigt – ein Wachstum des BIP von 0,4 Prozent voraus. Für die beiden Folgequartale wird ein Wachstum von jeweils 0,3 Prozent prognostiziert.
Wirtschaftstransformation und Arbeitswelt - Ein Literaturüberblick.
› Arbeitsmarktpolitik
Im Rahmen eines systematischen Literaturüberblicks wurden betriebliche Strategien im Umgang mit Transformationsprozessen und deren Folgen für die Erwerbsarbeit in fünf ausgewählten Branchen erfasst und beschrieben. Die 67 einbezogenen Betriebsfallstudien konzentrieren sich überwiegend auf Digitalisierung als Transformationstreiber; häufig werden größere, tarifgebundene Betriebe untersucht. Im Zentrum der Studien stehen die Gestaltung von Technik und Arbeitsorganisation, Führung und Steuerung, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Mitbestimmung und Beteiligung. Insgesamt zeigt sich, dass Veränderungen meist inkrementell und pfadabhängig verlaufen. Ob Tätigkeiten aufgewertet werden und Beschäftigte Spielräume gewinnen, hängt davon ab, wie stark Beschäftigte und Interessenvertretungen die Einführung digitaler Systeme mitgestalten, wie Leistungs- und Prozessdaten genutzt werden und ob Qualifizierungszeiten verbindlich bereitstehen.
IAW-Studie „Strategie für eine starke Wirtschaftsmetropole Berlin“ erschienen.
› Arbeitsmarktpolitik
Berlin verfügt über erhebliche wirtschaftliche Entwicklungspotenziale. Eine vielfältige Unternehmenslandschaft, Wissenschaft und Forschung, ein ausgeprägtes Gründungsgeschehen und die internationale Ausrichtung prägen den Standort. Zugleich können Engpässe bei Finanzierung, Fachkräften, Wohnraum, Verkehr, internationaler Erreichbarkeit und Verwaltung die weitere wirtschaftliche Dynamik begrenzen. Im Auftrag der IHK Berlin führte das IAW eine Studie durch, die im Kern die Frage beantwortet, welche wirtschaftlichen Größenordnungen entstehen könnten, wenn Berlin zentrale Standortengpässe gezielt abbaut.
„Transformation durch Handwerk“ – Neue Wege zur Fachkräftegewinnung im Handwerk.
› Arbeitsmarktpolitik
Demografischer Wandel, Digitalisierung und Fachkräfteengpässe stellen das Handwerk vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund wurde 2021 von der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) das Pilotprojekt „Transformation durch Handwerk“ initiiert. Ziel war es, neue Wege zur Gewinnung von Fachkräften zu erproben und die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber zu stärken.
Das IAW hat das Pilotprojekt und seine Teilprojekte im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit/Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse und daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind nun in der Reihe IAW Policy Reports veröffentlicht.
Nutzen und Kosten von Präventionsmaßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
› Arbeitsmarktpolitik
Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz sind mit Kosten verbunden, können zugleich aber Fehlzeiten verringern, die Arbeitsfähigkeit erhalten und die Produktivität steigern. Dies ist ein Ergebnis einer Scoping Review von 282 Einzelstudien und 123 Literaturreviews, die das IAW im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt hat. Die Studien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Methoden, Maßnahmen und Bewertungsansätze, so dass übergreifende Aussagen zur Wirtschaftlichkeit nur eingeschränkt möglich sind. Forschungsbedarf besteht insbesondere bei organisatorischen Präventionsansätzen sowie bei den Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme und die Gesamtwirtschaft.
KI ist in den Betrieben in Baden-Württemberg angekommen, wird aber noch nicht flächendeckend genutzt.
› Baden-Württemberg
In den Betrieben in Baden-Württemberg spielt KI bereits eine sichtbare Rolle: 31 Prozent der Betriebe im Land nutzen generative und/oder nicht-generative KI. Die Nutzung wird vor allem von generativer KI getragen: 28 Prozent der Betriebe setzen generative KI ein; damit liegt Baden-Württemberg über dem deutschlandweiten Vergleichswert von 24 Prozent. Nicht-generative KI ist mit 7 Prozent deutlich seltener verbreitet.
Diese und weitere interessante Ergebnisse zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Betrieben in Baden-Württember hat das IAW kürzlich im IAW-Kurzbericht 1/2026 veröffentlicht. Die Analyse auf Basis des IAB-Betriebspanels 2025 erfolgte im Auftrag der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.,
Neues aus dem IAW: IAW-News 2/2026 online
Wenn Einsatzkräfte pendeln: Arbeitskräftemobilität als Herausforderung für den Bevölkerungsschutz
Industriepolitische Förderprogramme: wirtschaftliche Transformation mit sozialen Bedingungen verknüpfen und abfedern
11. Bundesbank-IAW Lecture mit Prof. Dr. mult. Dr. h.c. Ulrike Malmendier am 7. Mai 2026 an der Universität Tübingen
Neues Forschungsprojekt: Einstellung junger Erwachsener zum Sozialstaat