Neue Formen großräumiger Arbeitskräftemobilität und deren Auswirkungen auf ländliche Räume.
Räumliche Mobilität auf den Arbeitsmärkten prägt die Arbeits- und Lebensrealität vieler Beschäftigter. Fachkräfteengpässe, wirtschaftliche Konzentrationsprozesse und spezialisierte Beschäftigungsstrukturen führen dazu, dass Erwerbstätige auch über große Entfernungen pendeln oder zeitweise außerhalb ihrer Heimatregion arbeiten. Vor allem in ländlichen Räumen kann diese großräumige Arbeitskräftemobilität die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Herkunftsregionen beeinflussen. Besonders relevant ist dies für Bereiche der Daseinsvorsorge, die stark auf ehrenamtliches Engagement angewiesen sind, insbesondere die lokale Gefahrenabwehr mit den Freiwilligen Feuerwehren.
Das Projekt hat Formen und Verbreitung großräumiger Arbeitskräftemobilität untersucht und ihre Folgen für ländliche Räume analysiert. In Kooperation mit der AKFS Berlin wurden Literatur, statistische Daten und eigene empirische Erhebungen ausgewertet. Die Studie zeigt, dass rund ein Viertel der Erwerbstätigen Merkmale des Fern- oder Vielpendelns aufweist. Besonders häufig treten solche Mobilitätsformen in Bau- und Ausbau-, Verkehrs- und Logistik- sowie Sicherheitsberufen auf. Für den Bevölkerungsschutz können insbesondere Schichtarbeit, Montageeinsätze und fehlende wohnortnahe Arbeitsplätze die Tagesverfügbarkeit freiwilliger Einsatzkräfte erschweren. Betroffen sind dabei häufig auch Führungskräfte oder spezialisierte Funktionen wie Atemschutzgeräteträger und Maschinisten. Zugleich identifiziert das Projekt Ansätze guter Praxis, darunter gemeindeübergreifende Alarmierungsgruppen, gebündelte Ressourcen, digitale Verwaltungsprozesse, Kooperationen mit Arbeitgebern, hauptamtliche Unterstützung und neue Wege der Nachwuchsgewinnung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass zukunftsfähige Lösungen flexible Organisationsstrukturen, offene Engagementformen und starke lokale Kooperationen erfordern.
Ausführliche Informationen finden sich im publizierten Endbericht sowie in einem vertiefenden Beitrag mit Handlungsempfehlungen zur „Stärkung der Risikovorsorge im Katastrophenschutz und der lokalen Gefahrenabwehr in ländlichen Räumen“:
Kooperationspartner:
Akademie der Katastrophenforschungsstelle gGmbH (AKFS)
Auftraggeber:
Bundesinstitut für Bau- Stadt und Raumforschung (BBSR), Programm „Region Gestalten“
Projektteam:
- Dr. Andreas Koch (Projektleiter)
- Dr. Tobias Scheu (Stv. Projektleiter)
- Matthias Fauth
- Marcel Reiner
Ansprechpartner:
Dr. Andreas Koch ( 07071 9896 12 // E-Mail )
Status:
2024 - 2026