Konjunkturprognosen für Baden-Württemberg 2021/2022

Viertes Quartal 2022: Das Wachstum kommt zum Stillstand

Im vierten Quartal wird die Wirtschaft in Baden-Württemberg voraussichtlich leicht schrumpfen. Nach dem aktuellen Nowcast des IAW und der Universität Hohenheim geht das baden-württembergische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2022 gegenüber dem dritten Quartal preis- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent zurück. Für die beiden Folgequartale wird ein schwaches positives Wachstum prognostiziert (siehe Abbildung 1). Damit verschlechtert sich die vorhergesagte konjunkturelle Lage gegenüber dem vorherigen Nowcast vom September 2022. Einer der Gründe dafür ist, dass die Unternehmen ihre Geschäftslage mittlerweile deutlich pessimistischer beurteilen als vor drei Monaten.

Abbildung 1: Veränderungsraten des BIP zum Vorquartal, 2021-2023

© IAW und Universät Hohenheim 2022. Datenquellen: 2021q1 bis 2022q3; Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus; 2022q4 bis 2023q2: IAW und Universität Hohenheim, eigene Berechnungen. Die Daten sind preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt.

Für die Erstellung des Nowcast konnte erstmals eine neue Berechnung des BIP für zurückliegende Quartalswerte durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg genutzt werden. Sie basiert auf einer Fortschreibung der Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe mit Hilfe der Werte für die Bundesebene. Dabei können Verfahren, die das Statistische Bundesamt zur Bereinigung der Daten verwendet, genutzt werden.

Baden-Württemberg im Vergleich zur Bundesebene

Die Prognose für Baden-Württemberg lässt sich den Prognosen für die Bundesebene gegenüberstellen. Hierzu werden die am 22. September 2022 veröffentlichte Prognose der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose (GD 2022), die am 7. Dezember 2022 veröffentlichten Nowcast- und Prognosewerte des ifo (ifoCAST 2022) sowie der Nowcast des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vom 28. November 2022 herangezogen. In der Abbildung 2 werden die verschiedenen Prognosen für die Bundesebene und für Baden-Württemberg im Vergleich dargestellt.

Abbildung 2: Quartalsweise BIP-Wachstumsraten: Vergleich zur Bundesebene

© IAW und Universität Hohenheim 2022. Datenquellen für Baden-Württemberg: 2021q1 bis 2022q3: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus; 2022q4 bis 2023q2: IAW und Universität Hohenheim, eigene Berechnungen. Datenquellen für die Bundesebene: 2021q1 bis 2022q3: Statistisches Bundesamt; 2022q4 bis 2023q2 ifoCAST, ifW 2022, BMWK 2022. Ale daten sind preis-, saison und arbeitstäglich bereinigt, Saisonbereinigung der VGR-Werte nach BV4.1.

Die Abbildung zeigt, dass die Entwicklung für Baden-Württemberg im Vergleich zu den Nowcasts der Gemeinschaftsdiagnose und des BMWK günstiger prognostiziert wird. Diese beiden Prognosen lassen erwarten, dass Deutschland im Winter 2022/23 in eine Rezessionsphase übergeht. Die Werte des ifoCAST für das letzte Quartal 2022 und das erste Quartal 2023 fallen dagegen etwas günstiger aus als die der IAW-Hohenheim-Prognose.

Prognose 4. Quartal 2022

Prognose 3. Quartal 2022

Prognose 2. Quartal 2022

Prognose 1. Quartal 2022

Prognose 4. Quartal 2021

Prognose 3. Quartal 2021

Das IAW und die Universität Hohenheim erstellen die BIP-Prognose für Baden-Württemberg viermal jährlich. Das Vorhaben wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.

Kooperationspartner:

Auftraggeber:

  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Bernhard Boockmann ( 07071 9896 20 // E-Mail )

Status:

2021 - laufend