Im Rahmen eines aktuellen Data-Reviews zu Einstellungen zum Wohlfahrtsstaat wurden sowohl deutsche als auch internationale Befragungsdaten analysiert, um zu ermitteln, in welchem Maße sie die Einstellungen der Bevölkerung zu zentralen Themen wie der Verantwortung des Sozialstaates, den Bereichen, in denen der Staat tätig werden sollte, dem Niveau sozialstaatlicher Leistungen, dem bestehenden Reformbedarf und den Gerechtigkeitsvorstellungen der Menschen abbilden.
Es zeigt sich, dass zwar manche Themen wie die staatliche Verantwortlichkeit oder das Niveau sozialstaatlicher Leistungen in vielen Befragungen erhoben werden. Aber es finden sich keine systematischen Daten dazu, in welchen Bereichen der Sozialstaat eingreifen soll. In den allermeisten Fällen werden die Fragen nicht konsistent über einen langen Zeitraum gestellt, sodass langfristige Zeitverlauf-, Panel- oder Trendanalysen schwierig bis unmöglich sind.
Krank zur Arbeit oder ins Homeoffice? – Eine experimentelle Untersuchung von Präsentismusentscheidungen.
Auf Grundlage eines faktoriellen Survey-Experiments mit 3.532 Befragten im Anschluss an die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 untersucht eine aktuelle Studie des IAW, unter welchen Bedingungen Beschäftigte trotz Krankheit arbeiten oder sich krankmelden. Die Befragten bewerteten hypothetische Krankheitssituationen, in denen unter anderem Krankheitsschwere, Ansteckungsrisiko, Arbeitsbelastung und Anwesenheitsdruck variierten.
Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem die Schwere der Erkrankung ausschlaggebend für die Entscheidung ist. Beschäftigte mit Homeoffice-Möglichkeit entscheiden sich häufiger dafür, trotz Krankheit zu arbeiten, wobei sich die Arbeit vom Betrieb ins Homeoffice verlagert. Betriebliche und soziale Rahmenbedingungen beeinflussen die Entscheidung insbesondere bei mittelschweren Erkrankungen. Bei schwereren Erkrankungen stehen für diejenigen, die dennoch arbeiten, vor allem Karriere- und Reputationsmotive im Vordergrund.
3. Juli 2026: Reihe „Freitags um halb 11“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Was wissen wir über Kosten und Nutzen von Prävention im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit? Eine internationale Literaturanalyse zur Evidenzlage.
11. Juni 2026: Bertelsmann Stiftung, Berliner Kolloquium, „Neue Grundsicherung, alte Herausforderungen – Wie bessere Vermittlung bei weniger Bürokratie gelingen kann", Berlin.
Zwischen Eigenbemühungen und Unterstützung: Empirische Evidenz zur Grundsicherung.
Wie Leistungsbeziehende die Grundsicherung wahrnehmen.
Die meisten der Arbeitslosen, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, sind mit den Jobcentern und ihren Fachkräften grundsätzlich zufrieden. Dies zeigt eine Studie des IAW und des SOKO Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung auf Basis einer Befragung mit ca. 1.000 Leistungsbeziehenden im Alter von 25 bis 50 Jahren, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld bzw. Grundsicherung beziehen. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass zwei von fünf Befragten die Unterstützung durch die Jobcenter als nicht ausreichend beurteilen.
In Tiefeninterviews mit 20 Leistungsbeziehenden geht die Studie den Ursachen und Folgen dieser Einstellungen nach. Es zeigt sich, dass die Zufriedenheit mit den Leistungen des Jobcenter durch die Erfahrungen im Beratungs- und Vermittlungsprozess des Jobcenters geprägt wird – beispielsweise durch die Mitgestaltung des Beratungsprozesses oder die Gewährung passender Qualifizierungen oder negativ durch die Erfahrung von Leistungskürzungen. Zugleich ist die Zufriedenheit ein zentraler Wirkhebel für die Integration in den Arbeitsmarkt.
Die Studie empfiehlt eine stärkere Berücksichtigung von arbeitsmarktfernen Leistungsbeziehenden und eine höhere Effizienz der Vermittlungsprozesse, insbesondere durch digitale Verwaltungsverfahren.
Übergänge von der Assistenz- in die Fachausbildung – Gelingensfaktoren, Herausforderungen, Gestaltungsspielräume,
In: Karin Reiber et al. (Hrsg.): Fachkräftesicherung, Versorgungsqualität und Karrieren in der Pflege. Forschung zur beruflichen Bildung im Lebenslauf, wbv-Verlag, S. 427-444, 2024.
Internationale Dateninnovationen: Potenziale für die deutsche Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
In: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 73 (1), 1-23, 2024.
Mehr Transparenz im Karrieredschungel.
In: Die Schwester, der Pfleger 9/2023, S. 66-69. https://www.bibliomed-pflege.de/sp/artikel/48671-mehr-transparenz-im-karriere-dschungel.
Zum Beispiel Pflege: Durchlässigkeit im Berufsbildungssystem und Berufslaufbahnen aus einer Gender-Perspektive.
berufsbildung–Zeitschrift für Theorie-Praxis-Dialog, 76(4), 21-24, 2022
Erwerbsverläufe und Einkommensentwicklung in der Pflege
Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 71(3), 246-265 (2022). https://doi.org/10.1515/zfwp-2022-2080